Gianni Colombo ist im 1937 Jahre in Mailand geboren.

Bereits während der Studienzeit (1956 bis 1960) an der Mailänder Accademia di Belle Arti di Brera entstehen Colombos erste monochrome Reliefs aus Watte.

Seit 1957 entwickelt er Objekte, die vom Betrach­ter durch Berühren des Bildträgers oder die Betätigung eines Drehknopfs verän­derbar sind.

Im 1959 Jahre gründet Colombo zusammen mit Giovanni Anceschi, Davide Boriani und Gabriele De Vecchi die Gruppe T; die sich vor allem der kinetischen Kunst widmet. Er arbeitet eng mit Piero Manzoni und Enrico Castellani zusammen und beteiligt sich an den Aktivitäten und Ausstellungen der Galerie Azimut.

In den frühen  60er Jahren realisiert er mittels Verwendung von künstlichem licht seismografische Struk­turen, die durch die rasche Bewegung azentrischer oder rotierender optischer Formen entstehen. Diese Lichtobjekte interessieren ihn vor ollem als Mittel zur Sichtbarmachung räumlicher Verände­rungen. So untersucht er beispielsweise das Verhalten von licht in Plexiglas (Cromo strutture) und Projektionen von licht auf in Vibration versetzten Spiegeln (Sismo strutture).

Im 1963/64 Jahren nimmt er an der Ausstellung Nove tendencije in Zagreb und Paris teil, zu deren Organisation er auch beiträgt. Colombos Environments mit Raumverspannungen zur Veränderung der stereometrischen Determinanten werden 1967 erstmals als Spazio Elastico in Graz realisiert (im 1968 gewinnt er den Preis für Spazio Elastico an die Venedig Biennal). Mit Hilfe eines Fernsehgerätes studiert er später die Veränder­barkeit von Mustern: Ein Grundmuster wird auf dem Bildschirm sichtbar gemacht und durch einen Wobbler (elektronisches Instrument, mit dessen Hille das Fernseh­signal geändert wird) gesteuert.

Sein Hauptinteresse gilt nun den topo­logischen Veränderungen geometrischer Körper, er beschäftigt sich vor allem mit architektonischen Aspekten im Rahmen begehbarer Raumgestaltungen.

In Colombos Raumstrukturen Anfang der 70er Jahre wird der Betrachter aktiv mit einbezogen. Durch die Ver­schiebung der einzelnen Elemente mit Hilfe von Lichtstreifen und fluoreszieren­den Gummibändern wird der “elastische Raum„ in Bewegung versetzt und durch die Missachtung gängiger Gleichgewichts­prinzipien die Statik scheinbar aufgeho­ben. Es folgen in den 8Oer Jahren Architekturprojekte mit disharmonischen Winkelmaβen. Im 1985 übernimmt Colombo die Leitung der Nuova Accademia in Mailand. Er ist im1993 Jahre in Mailand gestorben.